Thüringer Lebensstil: Zubereitung und Esskultur

Für den Thüringer ist die Rostbratwurst nicht nur ein Lebensmittel, sondern sie verkörpert auch ein Lebensgefühl, das sich vor allem durch die Art der Zubereitung und die Art des Verzehrs ausdrückt. Die echte Thüringer muss auf Holzkohle gegrillt werden, sonst ist es nicht „´ne Thüringer“. Sind die Enden der Wurst noch offen, werden sie vor der Zubereitung durch schwungvolles Drehen um sich selbst verschlossen. Anschließend werden die Würste für zehn Minuten in Wasser gelegt, damit der Naturdarm Feuchtigkeit aufnimmt und beim Grillen möglichst nicht zerplatzt. Aufgelegt wird bei vollkommen durchgeglühter Kohle quer zur Rostrichtung.

Tipp: Das Bespritzen der Wurst und der Glut mit etwas Bier verfeinert den Geschmack und ist zudem für die Nase eine echte Verführung.

Welche Beilage vor 600 Jahren die Bratwürste krönte, ist nicht bekannt. Mit Sicherheit wurde Bier dazu getrunken. In späteren Jahren waren Klöße zur Wurst sehr beliebt.

Heute wird die Original Thüringer im aufgeschnittenen Brötchen serviert, keinesfalls auf einem Pappteller oder mit Besteck. Als Würzzutat kommt ausschließlich Senf in Frage. Als Beilage eignen sich auch Kartoffelbrei oder Sauerkraut.