Kulinarische Reise durch die europäische Wurstvielfalt

In keinem Land der Welt gibt es so viele Wurstsorten wie in Deutschland: Der Genießer kann unter rund 1.500 verschiedene Rezepturen sein ganz besonderes Geschmackserlebnis finden. Ob Dauerwurst, Streichwurst oder Sülze: Gewürzmischungen, das Räuchern mit einer speziellen Holzart oder unterschiedliche Herstellungsverfahren geben jeder Wurstsorte ihren einmaligen Reiz. Dabei kann weder die Münchner Weißwurst, noch der kanzlergeehrte Saumagen auf den Naturdarm verzichten.

 

Auch Wurstspezialisten in südlichen Breitengraden verwenden Naturdarm: So bestechen die Spinata Romana, Mailänder Salami oder die kleine Cacciatori italienische Wurstliebhaber durch ihre milde Würze und den intensiven Geschmack.

 

In Spanien genießt man hingegen die Salchichón, die drei Monate in spanischer Bergluft gereift ist, oder auch die kleine Fuet, eine Salami mit einer Schicht von Edelschimmel und dem richtigen Hauch von Knoblauch. Der Naturdarm erzeugt dabei die gewünschte Reife und das unverwechselbare Aroma. Denn er schrumpft durch die Lufttrocknung, so dass er immer eine maßgeschneiderte Hülle für die beliebten Dauerwürste bleibt.

 

In Frankreich erfreut sich die Blutwurst – auf Französisch „Boudin“ – besonderer Beliebtheit. Sie ist mit ihren Basiszutaten Fleisch, Fett, Blut und Innereien wie Herz oder Zunge etwas für Liebhaber. Ihre charakteristische Form erhalten die Blutwürste durch die Verwendung von Schweinekranzdärmen, die den herzhaften Geschmack unterstreichen.

 

Die Österreicher sind ebenfalls für ihre vielen Wurstschmankerl bekannt: Burenwurst, Debrecziner, Bosner, Krainer oder Cabanossi sind Leckerbissen der österreichischen „Wurstologie“. Das Wiener Würstchen heißt jedoch kurioserweise in der Alpennation "Frankfurter Würstel“. 1805 erfand Metzger Johann Georg Lahner in Wien eine neue Wurstkreation. Da er sein Handwerk in Frankfurt gelernt hatte, nannte er diese Wurst „Wiener Frankfurter“ – allerdings ging das „Wiener“ in die Welt hinaus und das „Frankfurter" blieb in der Donaumetropole.