Naturdarm-Handel weiter auf Erfolgskurs

Europa-Exporte legen zu
Ursprünglichkeit und Natürlichkeit in Deutschland gefragt


Der deutsche Naturdarmhandel blickt mit Zufriedenheit auf die Ergebnisse des Jahres 2007: So blieb die Exportmenge nach vorläufigen Schätzungen des Verbandes 2007 mit 85.144,4 Tonnen (Vorjahr 86.004,4 Tonnen) auf hohem Niveau stabil. An der Spitzenposition steht die EU: 64,1 Prozent des Gesamtexportes gingen 2007 in die EU-27-Länder (Vorjahr 61,6 Prozent), das Ausfuhrgewicht konnte von 52.971,8 Tonnen im Vorjahr auf 54.613,5 Tonnen in 2007 gesteigert werden – ein Wachstum von 3,1 %. Die bedeutendsten Ausfuhrländer innerhalb der EU sind Dänemark und die Niederlande (gesamt: 17.926,9 Tonnen). Außerhalb der Europäischen Union sind Hongkong/China, Russland und Brasilien die wichtigsten Abnehmer (zusammen 27,8 Prozent der Gesamtausfuhr). Damit bleiben Russland und der ostasiatische Raum weiter wichtige und wachsende Auslandsmärkte für die Naturdarm-Branche.

Die deutschen Händler und Verarbeiter von Naturdärmen spielen international eine wichtige Rolle. Aktueller Beleg hierfür ist die Ernennung von Heike Molkenthin, Vorsitzende des Zentralverbandes Naturdarm, zur Präsidentin der ENSCA (European Natural Sausage Casing Association). „Die Branche wird geprägt durch aktuelle Veränderungen, insbesondere auch auf Wachstumsmärkten“, betont Heike Molkenthin die Wichtigkeit der internationalen Beziehungen. „Weltweit ist die Nachfrage nach Naturdärmen sehr hoch. Russland und Osteuropa haben sich in den letzten Jahren zu spannenden Absatzmärkten entwickelt – aber auch in asiatischen Ländern, allen voran China, wächst der Wurstkonsum stetig und bietet damit für unsere Branche eine viel versprechende Perspektive.“

In Deutschland nutzt der Naturdarm-Handel die Trends Premium-Qualität, Regionalität und Herkunft für sich und das Wachstum „seines“ Marktes. Die Branche hat sich in den vergangenen Jahren zu einem modernen Zweig der Lebensmittelwirtschaft entwickelt und steht Handwerk und Industrie als leistungsfähiger Partner zur Seite.

Dass die natürliche Hülle im hochwertigen Sortiment eine große Rolle spielt, belegen Erhebungen des Verbandes bei den aktuellen Qualitätsprüfungen der DLG: Über 65 Prozent der im März 2008 in Kassel vorgestellten Brühwürste wurden im Naturdarm angeboten – im Jahr zuvor waren es noch 60 Prozent. Bei Rohwürsten stieg der Anteil um gut 10 Punkte auf 43 Prozent, bei den Kochwürsten um knapp 6 Punkte auf 49 Prozent. „Wurst hat Zukunft!“ lautete auch 2007 das Motto der Verbandsaktivitäten. So ging der diesjährige „Innovationspreis“ an die Fachschule der Fleischer-Innung Berlin, die für Kreativität bei der Entwicklung neuartiger Wurstideen ausgezeichnet wurde. Die Übergabe fand im Januar 2008 im Rahmen eines Presseempfangs auf der Grünen Woche statt. Bereits seit vielen Jahren engagiert sich die Naturdarm-Branche – beispielsweise mit dem Einsatz spezieller Schulungsunterlagen – für die Förderung des Fleischer-Nachwuchses.

Auch auf politischem Parkett setzt sich der Verband für die Zukunft der Wurst ein: So unterstützte man den Landkreis Lichtenfels bei der Ausrichtung des „Brüsseler Wurstkolloquiums“ im November 2007. Die Lichtenfelser Fleischer-Delegation konnte in der „Vertretung des Freistaates Bayern bei der Europäischen Union“ ihre fränkischen Wurstspezialitäten – zu 100 Prozent im Naturdarm – präsentieren und damit auch Brüsseler Entscheidungsträger von der Qualität und Ursprünglichkeit der Spezialitäten überzeugen.

Um die Zukunft der Darm-Branche macht sich Heike Molkenthin keine Sorgen: „Regionalität, Natürlichkeit, Nachhaltigkeit – die Wurst im Naturdarm bedient alle aktuellen Megatrends“, so die Verbandsvorsitzende. Damit werde der „älteste Snack der Welt“ auch in den nächsten Jahren beim Verbraucher hoch im Kurs stehen.

*Bei den statistischen Angaben für das Jahr 2007 handelt es sich um vorläufige Zahlen.

 

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